Wir über uns

 

Das Kammermusikfestival Schloss Laudon des aron quartetts widmet sich insbesondere der Aufführung ausgesuchter Werke von unter dem Naziregime verfolgter Komponisten: viele von ihnen mussten emigrieren, manche wurden in den Vernichtungslagern der Nazis ermordet. Angesichts der überaus großen Zahl verfolgter Komponisten beruht von Anfang an das Grundkonzept des Festivals darauf, zumindest an zwei Abenden länderweise vorzugehen, wobei sich die Schwerpunkte entweder auf das Ursprungs- oder Emigrationsland bestimmter Komponisten beziehen. 2008 stand die Emigration Wiener Komponisten nach Los Angeles (Hanns Eisler, Erich Wolfgang Korngold, Arnold Schönberg, Erich Zeisl) im Mittelpunkt, sowie das dunkelste Kapitel der Verfolgung, nämlich Musik aus Theresienstadt (Pavel Haas, Gideon Klein, Hans Krasa, Viktor Ullmann). Im Jahre 2009 wurden als Emigrationsländer England (Joseph Horovitz, Vilem Tausky, Kurt Weill) und die Sowjetunion (Mieczyslaw Weinberg) gewählt, 2010 waren es Frankreich (Darius Milhaud) und Ungarn (Sándor Kuti, László Lajtha). Selbstverständlich wurde auch nichtjüdischer Komponisten gedacht, die vor den Nazis fliehen mussten (2008, 2010: Bela Bartok; 2009, 2010: Bohuslav Martinu). 2010 wurde u.a. der 90. Geburtstag des aus Wien stammenden Komponisten Walter Arlen mit einigen seiner Lieder gefeiert. 2008 - 2010 gehörte Erich Wolfgang Korngold zu den „Highlights“ des Festivals.

Dem zeitgeschichtlichen Verständnis der aufgeführten Stücke verfolgter Musik dienen an diesen speziellen Konzertabenden entsprechende Vorprogramme. 2008 sprach Barbara Zeisl-Schönberg über „Los Angeles und seine österreichischen Komponisten“, sowie Rudolf Gelbard über den Alltag in Theresienstadt („Wider dem Mythos von Theresienstadt als Kultur-KZ“); 2009 berichtete der in Wien geborene britische Komponist Joseph Horovitz über „In England emigriert“ zu sein und der Musiktheoretiker Alexander Weksler (in Wien lebender jüdischer Emigrant aus der Sowjetunion) über den ursprünglich aus Warschau stammenden Mieczyslaw Weinberg („Überleben in der Stalinzeit“). 2010 berichtete Michel Cullin über "Emigration nach Frankreich" und Marta Halpert über "Verfolgung in Ungarn".

 Das Kammermusikfestival Schloss Laudon will ganz bewusst keine „Ghettokulturveranstaltung“ sein, sondern – im Vergleich zur „gewohnten“ Kammermusikliteratur (2008: Haydn, Dvorak, Janacek, Mozart; 2009: Haydn, Schostakowitsch, Schubert, Smetana; 2010: Beethoven, Brahms, Kodaly, Ravel und Schumann) – aufzeigen, welch großartige Musikwerke zum Teil sehr absichtlich vergessen gemacht worden sind.

Wie in den vorangegangenen Jahren wird das Das Kammermusikfestival Schloss Laudon 2011 vom aron quartett, sowie weiteren international bekannten Solisten getragen.

 

Last update: 25.08.2010